Rapperin und Aktivistin Sookee: „Sprachhygiene schützt nicht davor, ein krasser Idiot zu sein“

Sookee: »Sprachhygiene schützt nicht davor, ein krasser Idiot zu sein«

Kommenden Freitag veröffentlicht Sookee ihr fünftes Studioalbum Mortem & Makeup. Die Berliner Rapperin erzählt, warum sich jetzt alles anders anfühlt als zuvor, wie sie mit Kritik umgeht, was sie über SXTN denkt und warum Parteipolitik für sie nicht in Frage kommt.

Frauen haben es in der deutschen Rapszene nach wie vor nicht leicht. Frauen, die queer-feministische Themen aufgreifen, Sexismus anprangern und das binäre Geschlechtermodell in Frage stellen, sowieso nicht. Sookee hat trotz heftigem Gegenwind und Kritik, die oft weit unter die Gürtellinie zielt, nicht aufgegeben und veröffentlicht kommenden Freitag ihr neues Album Mortem & Makeup über Buback Tonträger. Knapp zwei Wochen vorher erreichten wir die Berlinerin via Skype auf dem heimischen Sofa. Noch während wir uns unterhalten, klopft virtuell schon der nächste Interviewer an. Sookee ist gefragt, dieser Tage.

Dein Album erscheint in ein paar Tagen. Bist du aufgeregt?

Ja, tatsächlich. Das Aufregende ist, zu erfahren, was damit passiert, wenn es in die Welt geht. Was gibt es für Rückmeldungen, was machen Leute mit dieser Musik? Sie zu produzieren ist das eine, aber jedes einzelne Paar Ohren und die Wolke dazwischen hat noch einmal einen ganz anderen Umgang mit dem, das ich intendiert habe. Ich bin da sehr, sehr neugierig.

Auf wessen Rückmeldung bist du am meisten gespannt?

Das sind dann so die kleinen Geschichten. Ich glaube, es gibt ein paar Songs, die das Potenzial haben, dass Leute damit sehr stark ihre eigenen Biografien abgleichen. Es hat sich jetzt schon gezeigt, dass zum Beispiel „Die Freundin Von“ ein Kandidat dafür ist, dass die Leute sagen: „Bei mir ist das so und so, ich bin auch so blöd behandelt worden oder der Idiot, der von allen verarscht wurde.“ Diese Erzählungen zu hören, wenn es etwas mit den Leuten macht, darauf bin ich gespannt. Ich hab‘ bei der Platte ein gutes Gefühl und glaube, die kann richtig was.

Inwiefern fühlt sich das ganze Drumherum anders an als bei deinen bisherigen Veröffentlichungen?

Wir haben jetzt sehr viel strukturierter und professioneller und größer gearbeitet. Es waren auch viel mehr Leute beteiligt und es war das erste Mal, dass wir aktiv Promo machen, in der mehr passiert als eine Pressemitteilung. Dass Leute sagen: „Ich will, dass die, die und die Redaktion das hört“ und ihre Telefone zücken. Ich muss jetzt auch viel mehr und anders über die Platte sprechen … ich hab‘ diese Schnittmenge aus linkspolitisch und queer-feministisch, Hip Hop und dann allgemein Kulturjournalismus, und in allen drei Genres werde ich mit dieser Platte aufgerufen und besprochen, das sind ja auch ganz unterschiedliche Schnacks. Es ist ein großes Privileg, an so unterschiedlichen Orten stattfinden zu dürfen, und ich bin ganz anders herausgefordert, mich allem Möglichen zu stellen.

Ist es auch deine persönliche Lieblingsplatte?

Definitiv. Einfach, weil ich natürlich als Person, aber auch als Verfasserin und Rapperin gereift bin. Ich finde, es ist insgesamt so ein Lebensziel, zu sich selbst zu stehen, das ist keine Selbstverständlichkeit. Es gibt ja genügend Menschen, die sich immer wieder hinter sich selbst verstecken oder hinter ihrer Arbeit. Jetzt ist es so richtig das erste Mal, dass ich will, dass alle das hören.

Im Pressetext steht: „Sookee weiß, was ihr in der Vergangenheit vorgeworfen wurde.“ Hast du daraufhin deine Herangehensweise geändert oder hat sich dein Geschmack einfach verändert?

Naja, ich bin ja keine Dienstleisterin gegenüber meinen Kritikern. Dinge, die ich so haben will, bleiben auch so, aber ich hab‘ diesen Punkt, dieses Theorielastige, selber eingesehen. Ich habe das vor allem auch an Leuten gesehen, die in meinem Genre nachgewachsen sind. Es gibt ja mittlerweile einige Menschen, die queer-feministische Rapmusik machen, was ich total begrüße. Wenn ich die anschaue, schaue ich auch mich selber an und merke, okay, stimmt: Es ist oft ein bisschen übers Ziel hinaus, gehts nicht auch anders? Ich wollte es mir vor allen Dingen selbst beweisen: Kann ich anders schreiben, bin ich in der Lage, dieses Material auch anders zu bearbeiten? Deswegen war es auch eine Prüfung für mich als Verfasserin.

Glaubst du, dass dein bisheriges Vorgehen kommerziellem Erfolg im Weg stand? Dass du zum Beispiel nicht für große Festivals gebucht wurdest?

Sicherlich. Die Themen sind ja sowieso schon groß und sperrig, und wenn man in der Schreibe diese Komplexität beibehält … Aber das Kommerzielle ist ja nur das eine. Ich habe die Platte jetzt nicht anders geschrieben, weil ich mehr Geld haben will, sondern weil ich, wie gesagt, herausfinden wollte, ob es möglich ist, und zweitens zu schauen, wen ich damit noch einladen kann. Es geht ja immer auch um gesellschaftliche Veränderung. Wenn Musik dazu beitragen kann, dann ist das jetzt der Versuch, es nochmal eine Nummer größer anzugehen.

Neue Leute abzuholen wird wahrscheinlich gar nicht so einfach, weil du für viele schon in dieser bestimmten Schublade steckst.

Das ist momentan immer wieder Thema in den Interviews. Aber wenn einer sagt: „Ich mache jetzt Klassik“, dann muss ich da reinhören, ob das wirklich stimmt, oder ob es nicht doch noch Speed-Metal ist. Deswegen tatsächlich die Bitte an diejenigen, die das jetzt lesen: Gebt Sookee eine Chance. Aber ich will die alten Sachen auch gar nicht schlecht reden. Das sind halt Entwicklungen. Du fängst etwas an, veränderst das, bist in Bewegung. Leute verändern sich, und so auch ich.

Gibt es konkrete Vorbilder, an denen du dich orientierst?

Ich finde es immer schwierig, einzelne Menschen ganz für etwas zu idealisieren. Ich mag Menschen für unterschiedliche Aspekte ihrer selbst … zum Beispiel finde ichs toll, wenn Leute dran bleiben und nicht aufgeben, immer wieder aufstehen und es versuchen. Das sind aber eher Menschen, die ich privat kenne, deswegen kann ich jetzt nicht sagen, ich will sein wie Beyoncé oder so, das funktioniert bei mir nicht. Musikalisch gesehen will ich bei der Frage gar nicht so sehr in die Ferne greifen und würde die Gelegenheit nutzen, mich bei den Produzenten [Danger Dan, Riffsn, LeijiOne und Majus, Anm. d. Red.] zu bedanken. Die haben da echt tolle Arbeit geleistet und mir eine große Möglichkeit gegeben, diese Texte zu schreiben. Das heißt, die Inspiration oder Begeisterung, das Vorbild, lag in meinem eigenen Team, was natürlich ein toller Umstand ist.

Fällt es dir leichter, Persönliches zu verarbeiten wie in „Die Freundin Von“ oder eher abstrakte Songs wie „Queere Tiere“ zu schreiben?

Bei den persönlichen Sachen stellt sich immer die Frage: Wie weit machst du auf? Das ist risikoreicher und es gibt auch bestimmte Songs, die ich nur ganz schwer spielen kann. Einen Song wie „Absurdität“ habe ich nicht mit ins Live-Set genommen, weil ich nicht sagen kann, ob ich dem standhalten kann. Deswegen liegt da viel mehr Nähe zu mir selbst, aber auch mehr Gefahr drin, und es ist natürlich leichter, etwas Sachliches zu schreiben wie „Queere Tiere“, wo man sich die Beispiele zusammenrecherchiert und eine Art Collage erarbeitet.

Neben der Musik nimmst du regelmäßig an gesellschaftspolitischen Kampagnen, Lesungen, Workshops und so weiter teil, was oft mit Reisen verbunden ist. Stresst dich das sehr?

Ja, und ich reise sonst gar nicht so gerne. Ich fahre nie in den Urlaub, ich bin gern in meinem Bett, ich bin gern zuhause. Deswegen ist dieses Koffer packen, zum Bahnhof fahren, sich in den Zug setzen und immer wieder neue Menschen treffen, immer wieder bei Null anfangen zu kommunizieren, nie wissen, mit wem hat man es eigentlich zu tun … Gerade wenn man in offenen Runden Workshops gibt, können alle Leute mitdiskutieren und es kann alles Mögliche passieren. Ich glaube, die Begegnungen mit vielen neuen Menschen und wichtigen Themen, die ihnen auch nahe gehen, das ist die eigentliche Anstrengung. Die eigentliche Kraft wird an der Stelle gezogen, wo du denkst und mit anderen Leuten sprichst, was aber natürlich auch total inspirierend sein kann.

Mir ist aufgefallen, dass Margarete Stokowski dich bei der Danksagung in „Untenrum frei“ an erster Stelle nennt. Bezieht sich das auf deine Musik oder steht ihr auch persönlich in Verbindung?

Wir kennen uns sehr gut. Ich habe viel mit ihr kommuniziert in der Zeit, in der sie das Buch geschrieben hat. Und sie taucht auf meiner Platte auch auf! Ich habe zwar keine Danksagung in meinem Booklet, weil ich immer Angst habe, Leute auszulassen, aber der Refrain von „Für Immer“ ist im Prinzip das Ergebnis eines Gesprächs von Margarete Stokowski und Sookee. Und als ich „Hurensohn“ geschrieben habe, hat sie mir auch bei der Skizze geholfen, ohne zu wissen, dass sie das gerade tut. Wir haben darüber gesprochen und ich habe daraus ein bisschen was destilliert.

Was empfiehlst du komplett ahnungslosen Leuten, die sich mit dem Themengebiet rund um Feminismus auseinandersetzen wollen, als Einstieg?

Ich finde tatsächlich, Margaretes Buch ist ein super Einstieg und finde auch ihre Kolumne total großartig. Es gibt ja so viel! Es gibt Leute, die machen Film, Leute, die schreiben Songs, die schreiben Blogs, die schreiben Bücher, die halten Vorträge … es ist tatsächlich mehr, als man denkt. Ich hab‘ nicht diese eine Feminismus-Bibel und so viel unterschiedliches gelesen. (Überlegt) Die Sachen, über die Sabine Fuchs zur Identität von Femme arbeitet, ihr Buch „Femme! radikal – queer – feminin“ fand ich unheimlich toll, weil ich persönlich einfach viel damit anfangen konnte. Ansonsten, wenn es gerade etwas zu verlinken gäbe: Ein feministisches Kollektiv aus der Slam-Poetry-Szene namens Slam Alphas hat ein Blog initiiert. Das sind eben schöne Worte, weil die ihr Handwerk verstehen, und es ist ein feministischer Blick auf eine Szene, eine Kultur, die alle möglichen Themen verarbeitet. Insofern hat das eine doppelte Ebene und das ist etwas, das man gut verfolgen und gut lesen kann.

Wie stehst du eigentlich zu SXTN?

Ich wusste es! (Lacht) Ich finde es gut, dass die da sind. (Zögert) Ich hab‘ inhaltlich große Probleme. Das muss nicht deren Problem sein und es kann denen herzlich egal sein, wie ich das finde. Wir kennen uns nicht persönlich, deshalb ist es immer schwer, darüber zu sprechen. Man muss sich immer ein bisschen angucken, mit wem arbeiten die Leute zusammen, mit wem gehen die auf Tour, wer produziert die und so weiter, das spricht auf jeden Fall Bände. Ich glaube, ich hätte inzwischen Bock, mich mit denen hinzusetzen und zu sprechen. Es gab, als ich die EP gehört habe, schon ein paar Momente, wo ich dachte, ei ei ei, das ist nicht mein Ding. Aber trotzdem freue ich mich über jede Frau, die mitmacht. Dann kann man sich auch ernst nehmen und Sachen diskutieren. Mich würde tatsächlich interessieren, wie sie etwas meinen, wie sie etwas intendiert haben beim Schreiben. Das würde mir auf jeden Fall, im besten Fall, eine Beruhigung verschaffen. (Lacht)

In einem Interview mit Bento hast du gesagt: „Politische Korrektheit ist weder meine Methode, noch mein Ziel.“ Warum eigentlich nicht?

Es geht ja nicht darum, irgendeine Checkliste zu erfüllen, es geht ja um Haltung. Du kannst mit Leuten zu tun haben, die Wörter verwenden, wo es alle drei Minuten knirscht und du denkst: Oh man ey, warum das jetzt schon wieder? Aber du hast einen total herzlichen Menschen vor dir, der einfach einen anderen Umgang mit Sprache hat. Das verhält sich natürlich nochmal anders, wenn man viele Leute erreicht: Wenn ich es auf Platte presse, hat es ja einen ganz anderen Radius, und der Zugriff darauf verschwindet, weil die Leute, wie ich auch eingangs sagte, etwas mit der Musik machen. Wenn du sexistische Sprache verwendest, bist du entweder Sexist oder du hast es nicht so gemeint und bist keiner, oder du hast dir darüber gar keine Gedanken gemacht. Ich finde es begrüßenswert, wenn Leute auf bestimmte Begriffe verzichten, auch wenn es sie natürlich nicht davor schützt, trotzdem krasse Idioten zu sein. Es gibt ja auch genügend Songs, die sprachlich sauber sind, wenn man so will, aber trotzdem ist der gesamte Content voll fürn Arsch. Du hast ein total beschissenes Frauenbild, ohne dass einmal „Fotze“ oder „Hure“ fällt. Bei politischer Korrektheit geht es ja oft um Sprachhygiene.

Ich persönlich will einfach nicht dazu beitragen, dass manche Leute denken, es sei okay, bestimmte Begriffe zu verwenden und es war nicht so gemeint. So einfach ist es halt nicht. Deswegen bemühe ich mich immer, wenn ich irgendwie kommuniziere, auf bestimmte Begriffe zu verzichten, weil ich aber auch einfach nicht das Bedürfnis habe, sie zu verwenden. Viele meinen immer: „Was soll man denn sonst sagen? Das platzt mir so raus.“ Mir platzt das nicht mehr raus, mir fehlt da auch überhaupt nichts. Mir geht es dabei auch eher um Prozesse der Bewusstwerdung über gesellschaftliche Strukturen und Machtmechanismen, um es mal wieder groß zu sagen. Wer kriegt sowieso schon von der Gesellschaft auf die Fresse, warum muss ich einen Begriff wie Spast verwenden, wenn der öffentliche Raum voll ist von Barrieren? Die Erfahrung, die Arschkarte zu ziehen, machen bestimmte Leute eh, da muss ich nicht in meinem Rapsong oder im Gespräch diesen Begriff laufend droppen. Das ist eine Frage von Rücksichtnahme und Empathie.

Warum schreibst du eigentlich immer statt nur ’sh‘ statt ’sch‘?

Das ist so ein Spleen von mir. Ich kannte mal ein Kind, das englische Muttersprachlerin war und dann Deutsch schreiben lernte, und statt ’sch‘ einfach die englische Schreibweise übernommen hat. Ich fand das irgendwie süß und habe das übernommen, aber da steckt auch Kritik an Bildungssystemen und Orthografie drin. Ich kenne Leute, die unheimlich schöne Texte schreiben können, die voller Rechtschreibfehler sind. Das sind genau die Leute, die dann in den Prüfungen Punktabzug kriegen, obwohl sie den tollsten Inhalt haben. Das ist so ärgerlich, was soll sowas? Deswegen habe ich mir praktisch meinen eigenen Fehler installiert und setze den konsequent durch. Ich finde, es ist insgesamt eine interessante Debatte, wie sich das mit Legasthenie und so weiter verhält, weil das immer auf einen kindlich-jugendlichen Schulbereich reduziert wird. Dabei gibt es sehr viele Erwachsene, die da Probleme haben, und das mit ganz viel Scham besetzt ist. Gegenwärtig wird ja viel schriftlich kommuniziert und Leute für dumm erklärt, weil sie Sachen falsch schreiben. Ich würde mir da ein bisschen mehr Offenheit wünschen.

Im Gespräch mit Pro Asyl hast du gesagt: „Ich kann nur hoffen, dass die Parteien links der Sozialdemokratie mit visionären, radikal-emanzipatorischen Themen in den Wahlkampf gehen.“ Erkennst du da schon erste Tendenzen?

Noch nicht so richtig. Die großen Ausrufezeichen sind ja noch nicht gesetzt und die Länder-Politik ist ja auch sehr unterschiedlich. Wenn man sich mal anguckt, was bei den Grünen abgeht: Da gibt es zwischen Baden-Württemberg und dem, das in Berlin passiert, große Unterschiede. Und diese ganzen Dramen rund um Sarah Wagenknecht und ihre Äußerungen, das ist auch noch so ein Kapitel. Ich habe mitbekommen, dass Serdar Somuncu für Die Partei kandidiert, das ist schon mal ’ne gute Nachricht. (Lacht) Aber so richtig klar ist mir noch nicht, was die großen Ausrufezeichen werden sollen. Das mit der Ehe für alle war so ein erstes Zeichen, das ist jetzt nicht links von der sozialen Demokratie, sondern mittendrin, aber das ist schon mal eine gute Tendenz. Ich fände es unheimlich bedauernswert und auch falsch, wenn sich Mitte und links davon auf den Konservatismus zubewegen, damit nicht alle Stimmen bei der Union und der AfD landen. Also ich hoffe, dass das keine Anbiederung wird, sondern dass die den Moment packen und richtig Gegenprogramm machen, dass zurückgekehrt wird zur Radikalität im allerbesten Sinne, wenn die denn jemals da war.

Kannst du dir vorstellen, ein politisches Amt zu bekleiden?

Nein. Keine Parteipolitik für Sookee. Ich kann da nicht mitspielen, das würde nicht funktionieren. Ich hab‘ immer mal wieder drüber nachgedacht, aber es ist das falsche Prinzip. Ich finde diese ganzen Fragen von Karrierismus, wer kriegt welchen Posten und so weiter … da wird schon viel geschoben. Und man ist immer so gefangen, weil man sich immer auf den deutschen Staat beziehen muss. Mir geht es um Gesellschaft, nicht um Staat.

Letzte Frage: Einsame Insel oder Untergrund?

Weder noch. Das ist natürlich nur ein Gedankenspiel, eine Fantasie. Ich hab‘ das Gefühl, dass sich gerade viele Leute stark damit identifizieren, mit diesem: „Das ist ja nur noch zum Wegrennen“ oder „Ich bind‘ mir ’ne Kalaschnikow um“. Das sind natürlich keine realen Optionen, aber es ist eben genau das Spannungsfeld, in dem sich viele sehen und eine gewisse Verzweiflung in sich spüren. Wie kommen wir aus dieser Scheiße wieder raus? Das ist ein großes Fragezeichen in dieser Gegenwart.

Veröffentlicht am 15. März 2017 auf laut.de.