Grußwort

Grußwort zur Eröffnung einer fiktiven Kunstausstellung im Namen der Staatsministerin für Kultur und Medien.

Liebe Kunst-Freundinnen und Kunst-Freunde,

wenn Sie eine Zeitreise machen könnten, was wäre Ihr Ziel? Bei mir ist es das Berlin der Zwanzigerjahre. Zu gerne würde ich die zahllosen Bars und Tanzlokale, Kabaretts und Kaschemmen, Varietés und Cafés einmal mit eigenen Augen sehen. Kosmopolitisch, libertin und dekadent – so stelle ich mir die damalige Zeit vor. Eine wundervolle Möglichkeit, uns fremde Welten und vergangene Epochen zugänglich zu machen, bietet die Kunst: sowohl Literatur, wie Christopher Isherwoods Leb wohl, Berlin, als auch Film und Fernsehen mit der vielgelobten Serie Babylon Berlin. Hier und heute lassen wir uns von der Malerei und Fotografien in die Zwanzigerjahre entführen.

»Die goldenen Zwanziger« vereint erstmals die Werke so unterschiedlicher Kunstschaffender wie Otto Dix, Rudolf Schlichter und Lotte Laserstein und präsentiert sie vor außergewöhnlicher Kulisse. Als Kuratorin Anna Willens mich vor Kurzem durch die Ausstellung führte, lag das Zeitreisen plötzlich gar nicht mehr so fern. Ich freue mich deshalb ganz besonders, Schirmherrin dieser wunderbaren Bilderschau zu sein. Kunst und Kultur für Sie und die kommenden Generationen zu erhalten, zu pflegen und zu fördern – das ist mein Anliegen als Kulturbeauftragte.

Mein ganz herzlicher Dank gilt den über einhundert Beteiligten, die »Die goldenen Zwanziger« in der Schirn Kunsthalle für uns erlebbar machen. Aus meiner Arbeit als Staatsministerin weiß ich nur zu gut, dass das fürs Publikum Sichtbare nur ein kleiner Teil ist von dem, was hinter den Kulissen an Zeit und Kraft investiert wird. Lassen Sie sich anstecken von der Aufbruchstimmung und dem Mut zur Veränderung, den die hier ausgestellten Werke zum Ausdruck bringen. Ein chinesisches Sprichwort besagt: „Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Schutzmauern, die anderen bauen Windmühlen.“ Ich finde, wir brauchen mehr Windmühlen.

Dieses Editorial ist im Rahmen des Kurses Presse- und Öffentlichkeitsarbeit an der Goethe-Universität Frankfurt entstanden.